E-Rechnung

XRechnung vs ZUGFeRD: Formate im Vergleich 2026

XRechnung vs ZUGFeRD: Technische Unterschiede, Profile, Einsatzbereiche und welches Format für Ihr Unternehmen richtig ist. Entscheidungshilfe für Kanzleien.

||4 Min. Lesezeit
XRechnungZUGFeRDE-RechnungEN 16931Formate

Beide Formate erfüllen die EU-Norm EN 16931 und sind nach § 14 UStG als E-Rechnung zugelassen. Die Unterschiede sind technisch und anwendungsorientiert. Für Steuerkanzleien mit SME-Mandanten ist die richtige Formatwahl entscheidend – sowohl für die Compliance als auch für die Effizienz der Verarbeitung.

XRechnung: Der Standard für maschinenlesbare Rechnungen

XRechnung ist ein reines XML-Format ohne menschenlesbare Darstellung. Es wird von der Koordinierungsstelle für IT-Standards (KoSIT) herausgegeben, aktuelle Version 3.0.2 (Stand 2025).

Technische Details

  • Zwei Profile: UBL (Universal Business Language) und UN/CEFACT CII
  • Pflichtformat im B2G-Bereich (Bund seit 27.11.2020, E-Rechnungs-Verordnung)
  • Reines Maschine-zu-Maschine-Format
  • Benötigt einen Viewer für die menschliche Darstellung

Wann XRechnung die richtige Wahl ist

XRechnung eignet sich besonders für:

  • Lieferanten der öffentlichen Hand (B2G-Pflicht)
  • ERP-getriebene Massenverarbeitung
  • Vollautomatische Rechnungsverarbeitung ohne manuelle Sichtprüfung
  • Mandanten mit hohem EDI-Aufkommen

ZUGFeRD: Der pragmatische Allrounder

ZUGFeRD (Zentraler User Guide des Forums elektronische Rechnung Deutschland) ist ein hybrides Format: PDF/A-3 mit eingebettetem XML. Aktuelle Version 2.3.2 (veröffentlicht 15.11.2024).

Die fünf ZUGFeRD-Profile

ProfilEN-16931-konform§ 14 UStG
MINIMUMNeinNein
BASIC WLNeinNein
BASICJaJa
EN 16931 (COMFORT)JaJa
EXTENDEDJaJa
XRECHNUNGJaJa

Wichtig: Nur BASIC, EN 16931, EXTENDED und XRECHNUNG erfüllen die Anforderungen des § 14 UStG. MINIMUM und BASIC WL reichen für die E-Rechnungspflicht nicht aus.

Wann ZUGFeRD die richtige Wahl ist

ZUGFeRD ist der pragmatische Allrounder für den Mittelstand:

  • Das PDF bleibt für Mitarbeitende lesbar
  • Das eingebettete XML ist für Buchhaltungssoftware auswertbar
  • Ideal für Unternehmen im Übergang von Papier zu digital
  • Geringere Hemmschwelle bei weniger digital-affinen Mandanten

Formatvergleich im Überblick

KriteriumXRechnungZUGFeRD
DateiformatXMLPDF/A-3 mit XML
MenschenlesbarNein (Viewer nötig)Ja (PDF)
Verpflichtend bei B2GJaNein
EN-16931-konformJaAb Profil BASIC
Empfohlen fürB2G, Maschine-zu-MaschineB2B mit Mischsystem
Datei-Endung.xml.pdf
ValidierungsaufwandGering (Schema-Check)Mittel (PDF + XML prüfen)
Akzeptanz bei MandantenTechnisch anspruchsvollIntuitiv (sieht aus wie PDF)

Entscheidungshilfe für Ihre Kanzlei

Szenario 1: Mandant liefert an die öffentliche Hand

XRechnung ist Pflicht. Die Leitweg-ID muss in der Rechnung enthalten sein.

Szenario 2: Mandant ist KMU mit wenig digitalem Know-how

ZUGFeRD (Profil EN 16931) ist ideal. Der Mandant sieht weiterhin ein PDF, die Kanzlei erhält strukturierte Daten.

Szenario 3: Mandant hat ERP-System mit hohem Belegvolumen

XRechnung für maximale Automatisierung. Kein visuelles PDF nötig, reine Datenverarbeitung.

Szenario 4: Mandant möchte beide Welten

ZUGFeRD mit XRECHNUNG-Profil vereint die XRechnung-Konformität mit der PDF-Darstellung.

Praxistipp: Empfang ist wichtiger als Versand

Da die Empfangspflicht seit 01.01.2025 gilt, sollte jede Kanzlei beide Formate empfangen und verarbeiten können. Die Wahl des Versandformats kann mandantenindividuell getroffen werden – der Empfang muss universell funktionieren.

Häufige Fehler bei der Formatwahl

  1. ZUGFeRD MINIMUM für ausreichend halten – Dieses Profil erfüllt § 14 UStG nicht
  2. Nur das PDF archivieren – Bei ZUGFeRD ist der XML-Teil das aufbewahrungspflichtige Original
  3. XRechnung ohne Viewer einsetzen – Mandanten können die Rechnung nicht lesen, was zu Rückfragen führt
  4. Profile nicht prüfen – Nicht jede ZUGFeRD-Datei ist automatisch eine E-Rechnung im Rechtssinne

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Fazit

Die Formatfrage ist kein Entweder-oder. Moderne Buchhaltungslösungen müssen beide Formate beherrschen. XRechnung ist der Standard für maximale Automatisierung und B2G-Pflicht, ZUGFeRD der pragmatische Allrounder für den Mittelstand. Entscheidend ist, dass Ihre Kanzlei und Ihre Mandanten empfangsfähig sind – unabhängig vom Format.


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Quellen: KoSIT XRechnung 3.0.2; FeRD ZUGFeRD 2.3.2 (15.11.2024); EN 16931; BMF 15.10.2024.